Vom Reisen mit dem Androiden

Heute Sonntag nehme ich mir frei und begebe mich auf den Touristenpfad. Zu Fuss ist der Weg von Fisherman’s Wharf zur Golden Gate dann doch länger, als er auf dem Display meines Handys aussah. Aber, endlich angekommen, ein paar Fotos geschossen, natürlich automatisch geotagged, und flux auf die Sozialplattform meiner Wahl geschickt (und sicherheitshalber noch auf Facebook weitergeleitet).

Gegen Abend, in der Nähe des Nob Hill, befällt mich der Hunger, und “Sushi Rocks” sieht einfach verlockend aus. Rasch gecheckt mit Google Places – hat nur 3.5 Sterne und für die Sushi eher schlechte Kritiken. Der Hunger obsiegt, ich setze mich trotzdem rein, nehme vorsichtshalber Chicken Teriyaki. Die 68 Bewertungen hatten leider recht, das Essen war nichts Besonderes – ich hätt mich auf die Crowd Intelligence velassen sollen. Leicht enttäuscht will ich grad meine Google Places – Bewertung mit zwei Sternen abschicken – da gibts zum Schluss noch eine Kugel Pistache-Glace gratis. Ok, 3 Sterne.

Danach brauch ich einen Organic Coffee plus WiFi – beides gibts hier an jeder Ecke. Reiseplanung für den morgigen Trip mit Mietauto ist angesagt. Zur Abwechslung mithilfe des Notebooks: Google Maps findet mir die Route von SF via Yosemite Park, Mono Lake, Death Valley nach Las Vegas rasch. Das Ganze als Karte unter My Maps gespeichert, und schupps ist die Route auf dem Handy verfügbar, so T-Mobile will (Netzabdeckung ausserhalb der Städte ist hier Glücksache), wird mich Google Maps Navigation ab morgen sorgenlos durch den Verkehr leiten. Apropos Verkehr: Google Maps Navigation zeigt hier auch Staus an.

Zeit, zum Hotel zurückzukehren. Google Maps findet mir rasch die nächste Busstation. Während ich auf den Bus warte, piepst das Handy: Tom, der notorische Frühaufsteher (in Zürich ist es 06:30), pingt mich via gTalk an. Wir unterhalten uns, er schaut sich mit Google Latitude und Google Street View an, wo ich gerade bin. Fragt mich, ob ich das Glashaus sehe, das wie eine Treppe aussieht. Hm, nein, auf Anhieb nicht, es ist inzwischen dunkel hier. Also starte ich schnell Google Streetview auf dem Androiden und schaue etwas in die Runde (die belustigten Blicke der anderen Wartenden tapfer ignorierend) – ah ja, da links von mir – das Gebäude sieht tatsächlich wie eine riesige Treppe aus.

Die nächtliche Busfahrt durch unbekanntes Terrain verläuft entspannt dank Live-Tracking mit Google Maps. Karten anschauen oder Stationen abzählen, das war einmal. Auf dem Rückweg zum Hotel kann ich es nicht lassen, neugierigerweise noch rasch einen auf dem Weg liegenden, eher schmuddeligen Laden zu beäugen. Mist, schaut mir Tom in Zürich etwa immer noch zu?

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  • http://www.facebook.com/wheezzl Marc Michel

    Was für einen Datenplan hast du dass du dir die Roaming Kosten in den USA leisten kannst? :)

    • bachi

      Tja, einen unlimitierten :). Habe eine prepaid SIM-Karte von T-Mobile gekauft hier, für ca. $65 hat man damit 1 Monat lang unlimitiert Daten, unlimitiert SMS und satte 500 Stunden Telefon (ins lokale Fixnetz oder Mobilnetz).

      Das gepaart mit der App "Voxofon" für günstige Auslandanrufe macht recht flexibel.