Disconnected.

Für ein paar Tage habe ich San Francisco verlassen, und mich mit dem Auto auf den Weg in Richtung Las Vegas gemacht. Die Tour führte durch den Yosemite Park, die Sierra Nevada, und das Death Valley. Wie hat sich Mr. Android als Begleiter im kalifornischen Hinterland gehalten?

Im der Bay Area lief alles gut, Empfang vorhanden, die Navigation mit Google Maps klappte wie am Schnürchen. Doch schon etwas weiter draussen nahm der Empfang schnell ab. Trotzdem hat es noch gereich, ein im Places Directory empfohlenes mexikanisches Restaurant irgendwo in einem kleinen Nest, fernab des Highways, zu finden. “You look lost, son!” – die ältere Frau, welche mir beim aufs Handy (Maps) starren in diesem verlassenen Nest zuschaute, meinte es von Herzen gut, aber “No Ma’am, I’m not lost at all”. Das Restaurant war wirklich hervorragend (und ich der einzige Tourist hier).

In Erahnung des Kommenden wollte ich nochmal ausgiebig mit Katrin, meiner Frau zuhause, reden. Übers normale Netz viel zu teuer, aber mit der schwachen Internetverbindung war auch Skype oder Fring keine Option mehr. Gefunden habe ich dann Voxofon – eine geniale App, welche das Telefonieren über eine normale, lokale Telefonnummer ermöglicht und den Anruf ins heimische Netz weiterleitet. Mit den geschenkten 50 Cents konnte ich schon fast 30 Minuten ab Handy in die Schweiz telefonieren. Die App integriert sich in die Kontakte und erkennt automatisch internationale Nummern – sie schaltet sich dann beim Anruf dazwischen und lässt einen den Anruf wahlweise über Voxofon tätigen. Genial bedienerfreundlich! SMS gehen übrigens auch.

Leider braucht auch Voxofon für die Iniitiierung des Anrufs eine Internetverbindung, und somit war es ein paar Meilen weiter, gut 1h vor dem Yosemite National Park, soweit: Disconnected. Totally offline. Kein Telefon, keine Daten, keine SMS.

An offline Navigations-Apps für Android mangelt es ja nicht, allerdings mochte ich für die paar Tage auch keine solche kaufen. MapDroyd kann helfen – diese App lädt das kostenlose Kartenmaterial vom Open Streetmap (OSM) für die gewählten Regionen aufs Gerät. Als einfache Navigationshilfe (“wo bin ich?”) reichts, trotzdem habe ich mir dann noch eine Papierkarte gekauft.

Im Yosemite Park, quer durch die Sierra Nevada und das Death Valley, bis kurz vor Las Vegas gab es absolut keinen Netzempfang mehr (T-Mobile) – und so wurde mein Android-Begleiter degradiert zum Walkman und zur Taschenlampe (welche mir allerdings bei der nicht ganz geplanten, wilden Übernachtung im Auto beim Tioga-Pass *sehr* gute Dienste erwies!).

Totally disconnected, ein rarer Genuss!

  • freerider

    Versuch es mal mit Verizon, T-Mobile hat eine ganz schlechte Abdeckung, soviel ich weiss keine eigenen Antennen nur in andere Netze eingemietet. War Anfang Sommer in den USA unterwegs und mit Verizon klappte die Google Navi auch in der Wüste super und sehr schnelles Internet. Mit Velo und den bicycle routes auf Google Map genial! Nachteil: man muss ein Verizon Handy kaufen, da die ein anderes System fahren. Doch sie bieten eine grosse Palette Android phones.

    • bachi

      Ja, hab ich auch gehört, das Verizon eine viel bessere Abdeckung hat. Aber eben, ich wollte mein eigenes Handy hier verwenden, das wiederum ging gem. Recherchen v.a. mit T-Mobile. Wenn man aber länger drüben und nicht nur in der City ist, lohnt sich das bestimmt mit dem Handykauf.

  • http://www.facebook.com/pbinderholzherr Peter Binder Holzherr

    Ich mag solche Berichte, weil sie so schön zeigen was geht und wo halt auch die Grenzen liegen. Nicht wie das "Schöngerede" beim Apfel ;)
    Ich verwende selber Offline-Karten auf meinem "alten" Magic. Das geht ganz gut mit Mobile Atlas Creator (http://mobac.dnsalias.org) MapDroyd kenne ich nicht. Hab's mir schnell angeschaut und auf Anhieb nicht erkannt, wie das Kartenmaterial auf den Droiden kommt. Wenn nur Over the air, empfehle ich mal in den Mobile Atlas Creator rein zu schauen ;))

    • bachi

      Danke für den Tipp, den Mobile Atlas Creator schau ich mir gerne an. Beim MapDroyd gibts im Menu eine Funktion "Manage Maps" (falls du die nicht siehst, musst du ev. noch eine App von denen installieren, welche die Downloads managt – steht sonst auf deren Website. Die haben auch WikiDroyd gemacht – offline-Wikipedia).