Galaxy_Camera_Review_Objektiv

Erlebe die Galaxy Camera Teil 2 – Roundview, Fotofunktionen & Konnektivität

In unserem zweiten Teil zur Galaxy Camera werden wir euch die interessantesten Fotofunktionen und Features zur Konnektivität der überaus kontaktfreudigen Kamera präsentieren. Vorab möchte ich euch aber noch einmal an unser Gewinnspiel in Form eines Fotowettbewerbs erinnern, bei dem ihr eine Galaxy Camera gewinnen könnt. Postet eure Bilder zum Thema ANDROID auf Twitter, Google+ oder an unsere Facebook Pinwand. Verwendet dabei aber unbedingt den hashtag #WINGALAXYCAM. Für die Einsendung eurer fotografischen Kreationen habt ihr noch bis zum 27. Februar Zeit.

Als waschechtes Mitglied der Galaxy Familie setzt Samsung auch bei der Galaxy Camera auf Touchwiz-UI als Bedienoberfläche. Falls ihr Besitzer eines Samsung Smartphones oder Tablets seit wird euch vieles bekannt vorkommen, aber auch weniger geübte finden sich auf der intuitiven Oberfläche schnell zurecht. Grob vereinfacht bietet die Galaxy Camera 2 Hauptmodis an. Entweder befindet man sich in der Kamera-App dem sog. Foto/Video Modus oder auf dem Homescreen des Android Systems ähnlich eurem Smartphone.

Zubehör & Roundviev

Werfen wir nun einen Blick auf das Zubehör in der BOX, das ausser dem Ladekabel mit mini-USB Anschluss, eine Handschlaufe sowie die übliche Kurzanleitung beinhaltet. Das Ladekabel dient mit seinem abnehmbaren Stecker gleichzeitig als Datenverbindung zum PC. Ein großes Plus der Galaxy Camera sind seine vielfältigen Möglichkeiten zum Datenaustausch, denn neben Wlan & Bluetooth verfügt die Kamera auch noch über einen UMTS/3G Datenport.

Den Steckplatz für die micro-SIM Card findet ihr auf der Unterseite des Gehäuses im Akkufach. Direkt daneben liegt ein micro-HDMI Anschluss sowie ein Steckplatz für eine micro-SD Karte. Die könntet ihr schneller brauchen als ihr denkt, denn mit 4 Gigabyte an Speicher ist die Galaxy CAM nicht gerade üppig ausgestattet. Die maximale Größe der Speicherkarte ist übrigens auf 64 Gigabyte begrenzt.

Auf der linken Seite des Gehäuses sitzt der Schalter für das versenkbare Blitzlicht und der Lautsprecher. Auf der rechten Seite ist eine 3,5″ Klinkenbuchse, ein mini-USB Anschluss sowie ein Kensington Lock untergebracht. Auf der Unterseite neben dem Akkufach befindet sich ein Standard Schraubgewinde zur Verwendung auf handelsüblichen Stativen.

Der erste Start – 50 Gb DropBOX Speicher, Update auf Jelly Bean 4.1.2 bringt Remote Viewfinder

Wie bei jedem Androiden offenbart auch der erste Start der Galaxy Camera die altbekannten Vorgänge der Erstinstallation. Neben der Einrichtung des Google Kontos sowie des optionalen Samsung Accounts, wird euch auch die Installation eines DropBOX Zugangs angeboten. Ähnlich dem Galaxy S3 und dem Note 2 spendiert Samsung auch seiner Galaxy Camera ganze 50 Gigabyte an DropBOX Speicher für eine Maximaldauer von 2 Jahren.

Nach der Konfiguration und dem ersten Datenconnect im Wlan hat mir die Kamera ein Update auf Android Jelly Bean 4.1.2 angeboten. Das 153 Megabyte große File kann sowohl OTA (Over the Air) als auch über Samsungs PC-Software Kies installiert werden. Laut Herrn Alexander Tschobokdji dem Marketingleiter von Samsung Schweiz wird auch die Galaxy Camera zukünftig mit zeitnahen Updates versorgt und neuen Funktionen versorgt.

Solch eine neue Funktion, die das aktuelle Update mitbringt nennt sich “Remote Viewfinder”. Mit diesem coolen Feature ist es möglich die Kamera mit einem Smartphone fernzusteuern. Dazu müsst ihr auf dem Smartphone die App “Remote Viewfinder for Galaxy Camera” installieren, die ihr kostenlos im Google Play Store downloaden könnt.

Habt ihr erstmal den Kontakt zur Kamera hergestellt, dann wird euch das Sucherbild direkt auf das Smartphone geschickt. Ausserdem könnt ihr über das Smartphone den Zoom und natürlich auch den Auslöser betätigen. Ein Beispiel für eine sinnvolle Verwendung wären Langzeitbelichtungen bei denen ihr etwaige Vibrationen an der Galaxy Camera ausschliessen möchtet. Für den Test habe ich mein Galaxy Note 2 verwendet, dass sich anstandslos mit der Kamera verbunden hat.

Kamera Modus

Im Gegensatz zu den Kamera-Apps auf den Smartphones & Tablets hat Samsung den Funktionsumfang bei der Galaxy Kamera stark erweitert. Sämtliche Kamerafunktionen werden über das 4,8 Zoll große Super LCD Display gesteuert. Einzig der Auslöser kann sowohl über das Display als auch den extra Auslöse-Button an der Oberseite betätigt werden. Dabei dient der Wippschalter am Auslöser einerseits zum Zoomen des 21-fach Objektivs, andererseits ist damit die Lautstärke regelbar. Klickt man gleichzeitig auf den Power Button und bewegt den Wippschalter auf Minus erstellt die Kamera einen Screenshot.

Das herausragenste an der Galaxy Camera ist natürlich sein 21-fach optisches Zoom Obkjektiv, das entsprechend dem 35 mm Kleinbildformat in etwa einer Brennweite von 23 bis 483 mm entspricht. Gutes Licht vorausgesetzt bringt die Kamera in knapp 2 Sekunden zum Schuss. Schnappschüsse sind zumindest bei weitwinkliger Brennweite kein Problem, allerdings kann es im Tele-Mode bei vollem Zoom Einsatz schon ein wenig länger dauern. Bei schwachen Lichtverhältnissen war es mir im Tele-Mode kaum noch möglich mit dem Autofokus scharfzustellen. Allerdings wirken die Bilder selbst im Vergleich mit hochwertigen Smartphone CAM`s gerade in den Details um einiges besser. Schauen wir uns nun die Modus Taste an hinter der sich die Smart-Motivprogramme und die Programmautomatiken verbergen.

Testfoto Galaxy Camera

Auto- und Smart-Mode

Nach einem Klick auf die Modus Taste hat man die Auswahl zwischen einem Auto-, einem Smart- und einem Expert-Mode. Während der Auto Mode selbsterklärend ist bietet der Smart-Mode 19 Motivprogramme an. Die Motivprogramme liefern dabei vorgewählte Einstellungen für bestimmte Aufnahmesituationen wie z.B. Feuerwerk, Wasserfall, Makro, Innenaufnahme, Sonnenuntergang, Nachtmodus, Serienaufnahme, Landschaft, Schnee, Gegenlicht uvm.

 

Expert-Mode

Während der Smart-Mode keinerlei Änderungen an den Einstellungen zulässt hat man im Expert Mode deutlich mehr kreative Freiheiten. Analog einer Spiegelreflexkamera bietet auch die Galaxy Camera verschiedene Programmautomatiken an. Neben einer Vollautomatik existieren eine Blenden- und Zeitautomatik.

Während bei der Blendenautomatik die Verschlusszeit (16 s – 1/2000) vorgewählt wird, ist es bei der Zeitautomatik umgekehrt. Hier wählt man die Blende (F/2,9- F/8,3) vor, die Lichteinfall und Tiefenschärfe des Fotos bestimmt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit der separaten ISO Einstellung und Belichtungskorrektur (-2/+2) in 1/3 Schritten. Die Galaxy Camera deckt dabei ein ISO Spektrum von 100 (feinkörnig) bis 3200 (hochempfindlich / grobkörnig) ab. Zu guter letzt ist auch noch ein manueller Modus mit an Bord, der euch die absolute Kontrolle über alle Einstellungen bietet.

Habt Ihr nun eure Einstellungen gewählt, dann werden euch die Auswirkungen in Bezug auf Tiefenschärfe und Helligkeit Live auf dem Display gezeigt. Dies funktioniert ähnlich der Abblendtaste bei den Spiegelreflexkameras. Auf diese Weise lassen sich z.B. Bilder wie scharfe Portraits im Vordergrund mit weniger scharfen sprich verschwommenen Hintergründen kreieren.

Kreativfilter

In Googles Play-Store finden sich mittlerweile eine große Anzahl an Foto-Apps zur Bildmanipulation, um nachträglich diverse Effekte auf die Bilder zu zaubern. Mit der Galaxy Camera habt ihr schon vor dem Fotoschuss die Möglichkeit einen von 13 Kreativfiltern zuzuschalten.

Neben dem Sepia Effekt könnt ihr mit Filtern wie Schwarz-Weiß, Negativ, Vergilbt, Sonnenschein, Klassisch, Retro, Verblasst, Nostalgisch, Comic, Pastell Skizze, Gothic Noir und Impressionist so manch surrealistischen Touch auf eure Bilder bringen.

Foto-Assistent & Paper Artist

Aber auch fertige Bilder können direkt auf der Galaxy CAM nachbearbeitet werden. Samsung liefert dafür die Apps “Foto Assistent” und “Paper Artist” mit, die Grundfunktionen wie Bildausschnitt, Drehen sowie horizontales und vertikales Spiegeln erlauben. Beide Apps bieten eine Sammlung an Effekten, Rahmen und lustigen Gifs, die euren Bildern einen persönlichen Anstrich verleihen.

 

Konnektivität und Sharen von Inhalten per Senden Via, Wifi Direct, AllSharePlay und Gruppen-Play (Group Cast)

Samsung hat bei der Galaxy CAM besonderen Wert auf die Konnektivität und damit dem schnellen und unmittelbaren Austausch von Bildern bzw. Datenfiles gelegt. Über den “Senden
Via” Button schickt ihr eure Inhalte direkt an die social Media Dienste wie Facebook, Google+, Picasa, Instagram, oder ChatON.

Darüberhinaus habt ihr die Möglichkeit eure Bilder über “Wifi Direct” fähige Geräte zu teilen. Nachdem ihr einen Connect zu einem anderen Gerät hergestellt habt erscheint dieses in der Freigabe Auswahl der Kamera. Über den “Senden Via” Button schickt ihr jetzt das Bild an “Wifi Direct” und kurz darauf erhalten alle mit der Kamera verbundenen Geräte gleichzeitig das Bild.

Wenn ihr gar über mehrere Geräte von Samsung verfügt, dann wäre Samsungs AllSharePlay die erste Wahl. Damit seit ihr in der Lage Inhalte der Galaxy Camera an ein TV-Gerät zu senden. Ausserdem kann man mit jedem registrierten AllShare Gerät auf den Speicher sprich die Files des anderen zugreifen. Das heißt neben der reinen Anzeige können die Files auch heruntergeladen werden.

Eine weitere interessante App ist Group Cast, die seit ihrem Update Gruppen-Play heißt. Mit Gruppen Play ist es möglich Inhalte zwischen Freunden in Echtzeit zu teilen. Um an einem Gruppen-Play Connect teilzunehmen muss man eine vorher vereinbarte PIN in seiner App eingeben. Allerdings ist Gruppen-Play erst ab Jelly Bean 4.1.2 verfügbar, und so war ein Connect mit meinem Note 2 nicht möglich, da es noch unter 4.1.1 läuft.

Einstellungen

In die Systemeinstellungen der Kamera gelangt ihr wenn ihr oben links im Display zuerst das Pfeil- und dann das Sternsymbol anklickt. Dort finden sich Einstellungen zur Fotogröße, ein Selbstauslöser oder das GPS Tagging. Falls euch das Auslösegeräusch der Kamera stört dann könnt ihr das in drei Lautstärken regeln oder einfach ganz abstellen. Samsung hat der Kamera sogar eine Sprachsteuerung spendiert, mit der ihr unter anderem Bilder schiessen und die
Videoaufnahme sowie den Blitz aktivieren könnt. Ausserdem ist es per Voice Control möglich den Zoom zu steuern oder den Selbstauslöser zu starten. Bei meinem Sprachtest reagierte das Gerät auf manche Kommandos sehr schnell und exakt, auf andere leider überhaupt nicht.

Nachdem ich jetzt soviel über die Fotofunktionen geschrieben habe muss natürlich noch erwähnt werden, dass ihr mit der Kamera Full-HD Videos in 1920 x 1080p und 30 Bildern pro Sekunde anfertigen könnt. Aber Achtung, eine Minute Video beanspruchen in der höchsten Auflösung rund 90 Megabyte an Speicherplatz. Nach rund 30 Minuten wäre damit der interne Speicher gefüllt, denn abzüglich der Apps und der Systemdaten bleiben nur rund 3 Gigabyte zur freien Verfügung. Eine zusätzliche Speicherkarte wird da schnell zur Pflicht.

Eindruck und Fazit

Die Galaxy Camera ist mit ihren rund 300 Gramm deutlich schwerer als ein modernes Smartphone, aber wie ich finde nicht zu schwer. Denn gerade das Gewicht sorgt bei voll ausgefahrenem Objektiv für eine ruhige Auflage in der Hand, was eher verwacklungsfreie Aufnahmen garantiert. Das 4,8 Zoll Display der Galaxy Camera verfügt mit 1280 x 720 Pixel über die selbe Auflösung wie das 5,5 Zoll große Note 2. Im direkten Vergleich wirkt die Kamera kompakt und handlich und trotz der deutlich breiteren Maße liegt sie im Android Modus angenehm in der Hand. Dabei ruhen Objektivrand und Haltegriff auf Handinnenfläche und Handballen.

Wirklich fasziniert haben mich aber die vielfältigen kreativen Einstellmöglichkeiten, welche die Galaxy Camera in Zusammenspiel mit seinem riesigen Zoomobjektiv zu bieten hat. Semiprofessionellen Hobby Fotografen bieten sich hier ungeahnte Möglichkeiten einer individuellen Bildgestaltung.

Gut gelungen finde ich auch die Apps zur Bildnachbearbeitung, obgleich die Funktionen nur den Standardbereich abdecken. Hier kommt allerdings Android ins Spiel, denn leicht lassen sich über Googles Play Store beliebige Foto-Apps nachladen.

Im Dauertest, d.h. Bilder schiessen, betrachten, nachbearbeiten und per Wlan versenden hat der 1650 mAh starke Akku gerade mal einen Tag gehalten. Klar ist, dass das riesige Display auf dem fast alle Funktionen ausgeführt werden stark am Akku zieht. Inwieweit der Motorzoom des Objektivs für ein Schwächeln des Akku mitverantwortlich ist kann ich nur vermuten. Es wäre deshalb empfehlenswert über die Anschaffung eines Austauschakkus nachzudenken.

Mir persönlich gefällt die Kombination einer ausgereiften Systemkamera und Android unter einem Dach sehr gut und ich könnte mir vorstellen, dass wir hier nur den Auftakt einer neuen Geräteklasse gesehen haben!